Ein Grundstein für die einen, ein Meilenstein für die anderen. Die beiden Dorfbauprojekte Vallamedu und Balakotaiah, sowie das Wasserreservoir Vallamedu und Ausbildungzentrum Perecherla sind der Stolz von der GandhiCare. Sie haben 110 Familien und 2414 Knaben ein neues Zuhause ermöglicht und ihre Lebensqualität verbessert.
Grundsteinlegung Vallamedu: 1. August 2007
Einweihung Vallamedu: 30. März 2010
Grundsteinlegung Balakotaiah: 4. September 2010
Einweihung Balakotaiah: 9.Februar 2011
Ein typisches Dorf in Indien: Hütten komplett aus Palmblättern, vereinzelt mit einem Unterbau aus Lehm, in denen Dunkelheit herrscht, da Fenster und Stromversorgung fehlen. Die hohe Feuchtigkeit und die tropische Hitze verursachen zusätzliche Probleme mit der Hygiene, ganz zu schweigen von den allgegenwärtigen Skorpionen, Ratten und Schlangen. Abgesehene davon gibt es Unmengen an Ameisen, die sich über die Blätter der Hütten hermachen und sie in ihre Bestandteile zerlegen. Der heftige Regen des Monsuns tut ein Übriges und beschädigt die Hütten in regelmäßigen Abständen. Immer wieder sein Haus aufbauen zu müssen, lässt die Menschen verzweifeln. Diese Perspektivenlosigkeit und die Hoffnung auf ein besseres Leben lassen viele Familien in die großen Städte fliehen, doch als Analphabeten und ungelernte Arbeiter landen sie dort ausnahmslos in den riesigen Slums.
GandhiCare knüpfte Kontakte zu anderen Hilfsorganisationen und setzte gleichzeitig auf eigene Verbindungen nach Indien. Davon gibt es eine ganze Reihe; schliesslich haben einige der GandhiCare-Mitglieder schon früher massgeblich zum Erfolg anderer Projekte in Indien beigetragen. Beim Dorfbau setzte GandhiCare auf die Zusammenarbeit mit der, von Pater Windeyi S.J. gegründeten, VRO (Village Rekonstrucktion Office). Sie hat über 600 Dörfer in Indien gebaut. Das gemeinsame Ziel war und ist, die Bevölkerung aus ihrer Hoffnungslosigkeit zu befreien und zu verhindern, dass sie in die Slums der Grossstädte auswandert. Der Aufbau von Dörfern erfordert langjährige Erfahrung und weitreichende Vorkenntnisse, über welche die VRO nachweislich verfügt. Die Bevölkerung muss ihre Häuser selber aufbauen, während die VRO in Zusammenarbeit mit dem Staat die Planung übernimmt und den Aufbau koordiniert. GandhiCare Organisation engagiert sich beim Dorfbau indem sie Abklärungen trifft, Besuche abstattet und Kontrollen hinsichtlich der Umsetzung durchführt. GandhiCare organisiert mehrmals jährlich Reisen nach Indien, die natürlich durch die Mitglieder selbst finanziert werden. Diese Reisen dienen einerseits dem Aufrechterhalten der guten Kontakte und andererseits ermöglichen sie regelmässige Kontrollen vor Ort.
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Vallamedu, der Ablauf iIm Stenogramm:
- Im Sommer 2007 beginnt die Arbeit mit dem Entfernen der Sträucher vom Areal, welches vom Staat für das Projekt freigegeben wurde.
- Ein Musterhaus wird gebaut, an dem sich die anderen Domizile orientieren sollen.
- Im Sommer 2008 wird das Fundament für alle übrigen Häuser gelegt.
- Danach wird mit dem Bau der Häuser begonnen.
- Das Bepflanzen des kleinen Weilers und das Anlegen der Gärten runden im Sommer 2009 die Arbeiten ab.
- Im September 2009 reiste eine GandhiCare-Delegation nach Vallamedu zum feierlichen Einweihungsfest.
Die Einwohner helfen sich gegenseitig. Unterstützt werden sie dabei durch Helfer anderer Dörfer, die bereits ein solches Projekt abgeschlossen haben. Wie bei einem Schneeballsystem wird so das Wissen weitergegeben, und folgerichtig werden auch junge Handwerker aus Vallamedu schon bald bei einem anderen Dorf mithelfen.
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Kriterien zur Aufnahme ins Programm
Der Wunsch einer Dorfgemeinschaft allein reicht nicht für den Start eines Dorfbaus. Die Menschen müssen willens sein, diese kollektive Aufgabe gemeinsam zu meistern. Auch der Staat muss das Projekt unterstützen. Daraus ergaben sich folgende Kriterien:
- Die Gleichstellung der sozialen Gruppierungen muss gegeben sein. Deshalb wird ein Dorfrat gebildet, dem Männer, Frauen, Alte und Junge angehören.
- Die Dorfgemeinschaft muss aus den untersten Bevölkerungsschichten, den Scheduled Castes und Scheduled Tribes bestehen (auch bekannt unter dem Namen "Unberührbare" oder, wie sie Mahatma Gandhi nannte, "Kinder Gottes").
- Diese Gemeinschaft muss fähig sein einheitliche Entscheidungen zu fällen und im Sinne des Dorfrates auch umzusetzen.
- Die Einwohner müssen bereit sein ihr Dorf selbstständig mit dem dafür zur Verfügung gestellten Material und beigebrachtem Know-how innerhalb von zwei Jahren aufzubauen und gleichzeitig Jugendliche in einem Handwerk anzulernen.
- Die Einwohner sollten sich auch in finanzieller Hinsicht marginal am Neubau ihrer Häuser beteiligen.
- Der Staat ist mit dem Projekt einverstanden und leistet seinen Beitrag, indem er Land und/ oder Material zu Verfügung stellt, sowie das Dorf an Schulen, Krankenhäuser und benachbarte Siedlungen anbindet.
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Fluss der Hilfsgelder
Die Gesamtkosten belaufen sich je nach Dorfgrösse auf rund 80'000 bis 140'000 CHF bzw. 60'000 bis 100'00 EUR.
Die Abwicklung eines solchen Großprojekts bedarf der genauen Planung und Erfassung des Ist-Zustandes, denn die Kosten sind doch beträchtlich. Dazu gehören:
- Die statistische Erfassung der Familien (Anzahl der Männer, Frauen und Kinder). Dies beinhaltet auch ein Foto jeder einzelnen Familie vor ihrer bestehenden Hütte. Damit lässt sich später selbst für Externe schnell erkennen, ob hier tatsächlich die dafür richtigen Menschen ins für sie vorgesehene Haus eingezogen sind.
- Erstellen der Materiallisten mit den entsprechenden Kosten.
- Ausarbeiten eines Dossiers zum betreffenden Dorf mit allen relevanten Informationen.
- Besichtigung des Dorfes durch die Sponsoren bzw. GandhiCare vor Baubeginn. Wonach, bei positivem Entscheid, ein Gründungsstein gelegt wird.
- Zwei Mal jährlich überprüfte GandhiCare den Fortschritt des Projekts.
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Wasserreservoir Vallamedu
Initialisierung: November 2010
Einweihung: 9. Februar 2011
Als kleine überschaubare Organisation setzen GandhiCare auf die Erfüllung von einzelnen, zielgerichteten Projekten, so saniert und baut sie auch Brunnen, denn Wasser bedeutet Leben.
Der Dorfgemeinschaft Vallamedu hat GandhiCare nebst dem Bau der Steinhäusern die Errichtung eines Wasserreservoirs ermöglicht.
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Ausbildungszentrum Perecherla
Grundsteinlegung: 6. Dezember 2008
Einweihung: 27. November 2009/ 28. März 2010
Ausbildungszentrum für 30 Knaben. Knaben, welche der staatlichen Schule nicht folgen können oder nie zur Schule gingen und zudem mehrheitlich Waisen oder Halbweisen sind, erhalten eine zwei- bis dreijährige schulische Grundbildung und werden als Schreiner angelernt. 14 Knaben wurden im Schuljahr 2010/2011 ins Programm aufgenommen, deren Anzahl wird im SommerHerbst 2011 auf 2422 bis 25 erhöht.
Hier finden Sie Einblicke ins wirkliche Leben unserer indischen Freunde.
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GandhiCare ist das positive/ fruchtbare Ergebnis einer grenzübergreifende Kollabo- ration zwischen Deutschland und der Schweiz und setzt sich aus Gandhi-Club Deutschland e.V. (gegründet am 16. Oktober 2006) und der Stiftung Gandhi Hilfswerk Schweiz (gegründet am 18. März 2008) zusammen. Beide Organisationen haben identische Ziele und wech- seln sich bei der Führungs- verantwortung für einzelne Projekte ab.

